Schufa und Geheimnisse
Neuester Kritikpunkt ist das sogenanne “Scoring” der Schufa, in dessen Rahmen jede Person einen Scoringwert zwischen 0 und 100 erhält. Anhand dieses Wertes wird der Kreditausfall bzw. die Vertragstreue vorhergesagt. Je höher der Wert, umso eher ist der Vertragspartner kreditfest und vertrauenswürdig. Es gibt sieben verschiedene Scorings, wobei beispielsweise der Versandhandel einem anderen Scoringwert zuzuordnen ist als die Telekommunikationsunternehmen. Die mathematisch-statistische Methode, auf der diese Klassifikationen beruhen, bleiben unbekannt und auch den Fachleuten verschlossen. Auf welcher Grundlage der Score-Wert berechnet wird ist völlig undurchsichtig. Die Schufa bemüht sich auch nicht um Aufklärung. Es hat sich herausgestellt, dass das Einholen einer Selbstauskunft als Minuspunkt in das Scoring eingeflossen ist. Nach massiven Protesten von Daten- und Verbraucherschützern hat die Schufa dies nun eingestellt. Ob der Antrag auf Selbstaufkunft nun weiterhin negative Auswirkungen auf einen späterhin aktuellen Kreditantrag hat, bleibt offen. Fest steht, dass das bloße Anfordern von Kreditangeboten schon eine negative Bewertung für das Scoring nach sich zieht. Diese Praxis wird von der Bundesregierung als illegal eingestuft und soll per Gesetz zukünftig verboten werden. Klarzustellen ist, dass Daten über Verhaltensweisen von Verbrauchern nicht grundsätzlich an Auskunfteien weitergegeben werden dürfen, zumal es sich hier um vorvertragliche Vertrauensverhältnisse handelt.
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